21. Juni 2012

Freuen sich über die Fußball EM: Anna Guczalska und ihr Team.
Das Führungsteam von Simba Toys Polska besticht durch Kompetenz und weibliche Führungsstärke. So ist die Niederlassung in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.
Wenn Anna Guczalska über ihre Arbeit spricht, leuchten ihre Augen. Kein Wunder. Die Geschäftsführerin von Simba Toys Polska hat nicht nur interessante und abwechslungsreiche Managementaufgaben, sie hat auch ein Team von unterschiedlichsten Menschen zu führen. Dass es sich dabei überwiegend um Frauen handelt, ist in unserem osteuropäischen Nachbarland nicht ungewöhnlich:
Denn in Polen ist Frauenpower angesagt.

Anna Guczalska, Geschäftsführerin Simba Toys Polska.
Seit 1998 hat die Simba Dickie Group eine Niederlassung in Polens Hauptstadt Warschau. Damals arbeiteten dort gerade einmal neun Mitarbeiter. Anna Guczalska wurde 2003 als Geschäftsführerin angestellt. Seitdem sind der Umsatz der polnischen Niederlassung und der Bekanntheitsgrad der Simba Dickie Group im Land stetig gewachsen. „Als ich hier angefangen habe, hatten wir einen Jahresumsatz, den wir heute innerhalb von zwei Monaten erzielen“, sagt Anna Guczalska nicht ohne Stolz. Inzwischen gibt es in Polen neben dem Büro und dem Lager auch einen repräsentativen Showroom.
Zur Erfüllung ihrer Aufgaben erhält die 39-Jährige fachkundige Unterstützung von ihrem rein weiblichen Führungsteam. Zusammen haben die Managerinnen die Simba Dickie Group im Land Schritt für Schritt bekannt gemacht. Dabei sind die vier Frauen ganz strategisch vorgegangen. „Gerade große Spielwarenläden brauchen vorbereitete Verkaufskonzepte“, so Anna Guczalska. Deswegen hat sie mit ihrer Marketingexpertin Agnieszka Dzik und der Vertriebsleiterin Patrycja Adamczyk Konzepte erarbeitet, damit die Marken der Simba Dickie Group in den Geschäften einen hohen Wiedererkennungswert erzielen.

Die Altstadt von Warschau ist UNESCO Weltkulturerbe.
Handelsketten sind wichtige Kunden
Das Konzept der jungen Frauen geht auf. So konnten sie das Sortiment der Simba Dickie Group in allen großen Einkaufzentren, Spielwarenketten und Warenhäusern etablieren. Allein 50 Märkte des polnischen Marktführers Smyk und drei Toys'R'Us-Filialen gibt es in Polen. Einzelhändler sind dagegen eher selten und werden über den Großhandel betreut. Aus diesem Grund ist die Strategie des polnischen Teams zu einem großen Teil der allgemeinen polnischen Leidenschaft für große Einkaufszentren geschuldet. „Die Polen lieben es, ihre Freizeit in den großen Shoppingzentren zu verbringen“, erklärt Anna Guczalska. Dazu gehören neben unzähligen Shopping Malls – von denen es in fast jeder polnischen Stadt mehrere gibt – auch die großen Einkaufsmärkte der internationalen Handelsketten.

Malgorzata Wojciechowska und ihr kleiner Sohn beim Spielzeugkauf im Blue City Shopping-Center.
So haben Anna und ihr Team für diese ein eigenes Klein-Preis-Konzept entwickelt: Es beinhaltet sogenannte „Stop-Crying-Items“, also Artikel, die günstig sind und die die Eltern einem quengelnden Kind kaufen, um es zu beruhigen. Zwischen drei und zehn polnischen Zloty (etwa 0,70 bis 2,50 Euro) kosten diese kleinen Spielsachen, die regen Absatz finden.
Ein weiterer Vorteil ihrer Strategie sei eine flexible Reaktion auf die jeweilige Marktsituation erklärt Anna Guczalska. So kann sich die Simba Dickie Group in
Polen gegenüber Mitbewerbern gut behaupten. „Wir richten uns nicht blind
nach den Mitbewerbern, sondern suchen uns Lücken im Markt.“
Doch nicht nur der Verkauf in den großen Ketten ist in Polen wichtig. Auch das Internet spielt als Kommunikationsplattform in unserem Nachbarland eine große
Rolle. Deswegen will sich das polnische Team 2012 verstärkt um das Thema Social Media kümmern. Starten wollen sie mit einer eigenen Filly-Facebook-Seite. „Filly ist in Polen für uns ein wichtiges Thema“, erklärt Anna Guczalska ihr Engagement für die kleinen Pferdchen. Die haben im polnischen Fernsehen sogar einen eigenen Werbespot samt polnischsprachigem Lied.

Gemeinsam stark: Anna Guczalska und ihre Elf im Warschauer Fußballstadion.
Für Anna Guczalska liegt in der Zusammenarbeit mit ihren Frauen ein deutlicher Vorteil. Die Führungscrew in Polen zeichnet sich besonders durch ihre Loyalität zur Firma, Identifikation mit der Arbeit und gegenseitige Unterstützung aus und die Frauen haben sich trotz der großen Verantwortung ihre Spontanität und Flexibilität bewahrt. Und auch wenn unter den Frauen im täglichen Business ein freundschaftlicher Ton herrscht, Anna Guczalska ist als Chefin bei ihren Mitarbeiterinnen akzeptiert. Team Play also. Fast so, wie bei den Fußball-Nationalteams der Europameisterschaft. Da diese gerade in Polen stattfindet, haben sich Anna und ihre Mitarbeiterinnen auch mit speziellen Artikeln darauf vorbereitet: Neben den verschiedenen Tischfußballspiel-Modellen von Smoby Toys gibt es zum Beispiel kleine Trucks mit den Flaggen der einzelnen teilnehmenden Nationen.
6000 Quadratmeter Lagerplatz
Obwohl der weibliche Anteil der Simba Dickie Group in Polen sehr hoch ist, gibt es dennoch Tätigkeiten, in denen die Männer überwiegen. Allerdings unter der fachkundigen Anleitung einer Frau: Monika Trojanowska. Die 28-jährige Lagerleiterin von Simba Toys Polska liebt nicht nur Kinder und Spielsachen, sie
liebt auch die Logistik. Das polnische Hochregallager der Simba Dickie Group
wurde 2008 neugebaut und liegt etwa 20 Kilometer außerhalb von Warschau in Proszków. Auf 6000 Quadratmetern Fläche in 26 Reihen mit je elf Meter hohen
Regalen lagern hier die Waren für Polen und die baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland. 7000 Palettenplätze bieten Lagerplatz für reichlich Spielwaren. Je nach Saison arbeiten hier zwischen 20 und 30 Mitarbeiter. Gerade die Expansion in die Baltikstaaten ist für Anna Guczalska sehr wichtig und ausbaufähig.

Starke Männer fest im Griff: Monika Trojanowska managed die Logistik.
Bei ihrem Vorhaben, die Marktposition von Simba Dickie in Polen zu festigen, bekommt sie auch Unterstützung von ihren regionalen Verkaufsbetreuern. Mit ihnen trifft sie sich einmal im Monat. Und auch hier ist für Anna Guczalska das konstruktive und offene Miteinander wichtig. „Ich unterstütze gerne Mitarbeiter, die eigene Ideen präsentieren.“
Der Marktanteil soll wachsen
Unter der Führung und mit dem Engagement von Anna Guczalska hat es die Simba Dickie Group in Polen innerhalb weniger Jahre auf Platz vier des polnischen Spielwarenmarktes geschafft. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Simba Dickie Group in Polen durch gezieltes Management By Objectives aufs Treppchen zu bringen. „Kleine Ziele setzen, die helfen, das große Ziel zu erreichen“, erklärt die
Geschäftsführerin ihre Strategie. So soll der Marktanteil in Polen langfristig wachsen. Das nächste große Ziel heißt aber erst einmal: Umzug in ein größeres
und moderneres Büro. Denn mit dem Umsatz ist auch die Anzahl der Mitarbeiter
in der Warschauer Zentrale gewachsen. Jetzt freuen sich die 18 Mitarbeiter auf den
Herbst und die neuen Büroräume.