14. Mai 2012
Wer auf Businessreise nach Deutschland kommt, wird merken, dass die Deutschen auch im Geschäftsleben tolerant und unkompliziert sind. Trotzdem empfiehlt es sich, einige Gepflogenheiten wie Verlässlichkeit und Pünktlichkeit zu kennen. Hier die wichtigen Business-Regeln.
PÜNKTLICHKEIT.
Es ist kein Klischee, dass die Deutschen um Pünktlichkeit bemüht sind. Und dieses Bestreben erwarten sie auch von ihren Businesspartnern. Unentschuldigte Verspätungen bergen die Gefahr, als Respektlosigkeit gewertet zu werden. Kalkulieren Sie also bei der Anreise zu Meetings am besten immer einen ausreichenden Zeitpuffer ein.
VERLÄSSLICHKEIT.
Sie können grundsätzlich davon ausgehen: Was ein Deutscher sagt, das meint er auch so. Und er hält sich an Absprachen. Taktische und diplomatische Rollenspiele, um dem Verhandlungspartner zu ermöglichen, nicht sein Gesicht zu verlieren, sind in Deutschland allgemein nicht üblich. Ein „Ja“ ist ein „Ja“, ein „Nein“ ein „Nein“ – und ein „vielleicht“ wirklich ein „vielleicht“. Verbal aufrichtig zu agieren, gilt auch im Geschäftsleben als wichtige Basis.
MITTAGESSEN.
Zum Mittagessen geht man in Deutschland in der Regel zwischen 12 und 14 Uhr. Gerne wird das Mittagessen zur Vertiefung und Auflockerung von Geschäftsbeziehungen gemeinsam eingenommen. Dabei beschränkt sich das Menü meist auf eine Vorspeise (gerne Suppe oder Salat), Hauptspeise und eventuell noch eine Nachspeise sowie gegebenenfalls einen Espresso. Selten dauert das Mittagessen länger als zwei Stunden – eher ist es kürzer. Zum Lunch in Maßen Bier oder Wein zu trinken ist bei gepflegten Geschäftsessen weit verbreitet. Sollte ihr Gastgeber mit dem Glas „anstoßen“ wollen, dann erwidern sie den Trinkspruch „Prost“ oder „Zum Wohl“ und sehen ihm dabei in die Augen. Jede Form von nichtverbalen Geräuschäußerungen beim Essen ist streng verpönt. Beide Hände liegen auf dem Tisch und mit dem Essen in aufrechter Haltung wird erst begonnen, wenn alle am Tisch das Gericht vor sich auf dem Tisch haben. Berufliche Themen werden – wenn überhaupt – erst gegen Ende des Mittagessens angesprochen. Warten Sie, bis der Gastgeber damit beginnt.
TRINKGELDER.
Im Restaurant sind 5 bis 10 Prozent die Regel, auch bei Taxifahrten wird aufgerundet. Der Gepäckträger im Hotel bekommt zwischen 1 und 2 Euro pro Gepäckstück. Auch der Hotelportier bekommt nach eigenem Ermessen ein Trinkgeld. Bleiben Sie länger als einen Tag im Hotel, so ist es stilvoll, pro Tag mindestens 1 Euro für den Zimmerservice zu hinterlassen.
KLEIDUNG.
Die Business-Kleidung in Deutschland ist für Frauen ein über das Knie reichendes Kostüm. Auch eine Hose mit Blazer ist akzeptiert. Männer tragen Anzüge, und mit einer Krawatte sind Sie auf der sicheren Seite. In einigen Branchen wurde in den letzten Jahren selbst im Spitzenmanagementbereich der Krawattenzwang aufgeweicht. Orientieren Sie sich an Ihrem Geschäftspartner. Die ideale Businesstasche ist eine Aktentasche oder ein Pilotenkoffer aus Leder. Rucksäcke sind nur in sehr jungen Branchen angemessen.
GESCHENKE.
sind im Geschäftsleben eher unüblich. Nur wenn Sie am Abend privat eingeladen werden, bringen Sie der Gastgeberin oder Frau des Gastgebers Blumen mit.
VISITENKARTEN.
sind auch in Deutschland unabdingbar. Man überreicht sie zum Beginn eines Meetings. Der Respekt gebietet, die Visitenkarten kurz zu mustern und dann auf den Tisch neben die Gesprächsunterlagen zu legen.